Entstehung des Mennonitischen Gesangbuchs


Gesangbuchkomission

Die Entstehung dieses neuen Gesangbuchs hat eine längere Vorgeschichte. Seit 1996 gab es unter den Mennoniten in Deutschland immer mehr und immer lautere Stimmen, die meinten, es sei Zeit für ein neues mennonitisches Gesangbuch. Viele Gemeinden hatten sich seit dem Erscheinen des letzten Liederbuches 1972 ein zweites oder gar drittes Liederbuch angeschafft oder legten sich eine eigene Sammelmappe zu, um neue Lieder singen zu können. Andere benutzten Folien oder Liedblätter in ihren Gottesdiensten und Veranstaltungen. Es entstehen ja auch andauernd neue geistliche Lieder; viele verschwinden bald wieder, andere setzen sich durch und werden Allgemeingut.

So stand auf der Mitgliederversammlung der AMG 1997 in Ingolstadt die Frage zur Entscheidung, ob die Arbeit an einem neuen mennonitischen Gesangbuch beginnen sollte. Oder sollten wir das wirklich ausgezeichnete neue Evangelische Gesangbuch übernehmen? Einwand: Das wäre zu wenig identitätsstiftend. Oder würde es genügen, eine kopierfähige CD zusammenzustellen? Das fanden viele denn doch zu technisch und zu mager. Schließlich war da ja noch die Vorstellung, dem Liedteil eines neuen Gesangbuchs auch einen Textteil aus Gebeten, Andachts-modellen, Segensformulierungen und dergleichen beizugeben. Die große Mehrheit sagte ja zu einem eigenen neuen Gesangbuch.

So begann die Gesangbuchkommission 1997 ihre Arbeit, und schon 1999 wurde sie „aufgefüllt“ mit Vertreterinnen der Interessengruppe „Gemeindegesang“ der Schweizer Mennoniten, und so weitete sich der Horizont: Am Ende sollte ein mennonitisches Gesangbuch für Mennoniten in Deutschland und in der deutschsprachigen Schweiz stehen. Erstes Arbeitser-gebnis aufgrund einer Umfrage in den deutschen Mennonitengemeinden war, dass von den fast 600 Liedern des bisherigen Gesangbuchs rund die Hälfte breit akzeptiert waren und mehr oder weniger oft gesungen wurden – und die andere Hälfte kaum. So fiel die Entscheidung, welche der bewährten Lieder erhalten werden sollten, auch weil Text und Melodie einfach „stimmten“, noch einigermaßen leicht.

Dagegen war die Auswahl der neuen Lieder aus der Masse neuer Songs eine Sisyphusarbeit. Welches dieser Lieder war nach Text und Melodie so, dass man hoffen durfte, die Menschen würden es auch nach einem Jahr oder nach zehn Jahren noch gerne singen? Über 1.000 Liedvorschläge wurden in jahrelanger Arbeit gesichtet und geprüft, ungefähr 250 blieben übrig, die sich nun im neuen mennonitischen Gesangbuch wiederfinden. Viele von ihnen sind auch im weiteren ökumenischen Kontext verbreitet – auch dies ein wichtiges Auswahlkriterium. Einige der für Deutsche neuen Lieder sind übrigens uralte Schweizer „Hits“, und umgekehrt ist das neue gemeinsame Gesangbuch für die Schweiz ein noch größerer „Sprung nach vorne“ als für Deutschland, stammt doch das bisherige schweizerische Gesangbuch immerhin aus dem Jahr 1951.

Neben die Gesangbuch- trat seit 2001 die Textkommission, ebenfalls deutsch-schweizerisch gemischt. Sie sichtete und sammelte kurze Texte zu sechs Themenkreisen: Kreis des Lebens, Gottesdienst und Andacht, Psalmen, Segen und Sendung, Bekenntnisse und Täuferisch-mennonitische Glaubenszeugnisse. Wir, die Macherinnen und Macher unseres neuen Gesangbuchs, wünschen ihm eine weite Verbreitung und ein segensreiches Wirken.

Im Namen aller, die mitgearbeitet haben – Peter J. Foth

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