1995, fünfzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, verabschiedete die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) am 10. Juni auf dem Thomashof bei Karlsruhe eine Erklärung zur Rolle deutscher Mennoniten während des Nationalsozialismus.
Der Text benennt die Verstrickung vieler Mennoniten in das NS-System, das weitgehende Schweigen gegenüber den Verbrechen und die Aufgabe des mennonitischen Friedenszeugnisses. Zugleich fragt die Erklärung danach, welche Konsequenzen sich aus dieser Geschichte für das christliche und gesellschaftliche Handeln in der Gegenwart ergeben.
Erst fünf Jahrzehnte nach Kriegsende formulierte die AMG damit öffentlich ein gemeinsames Wort zu diesem Teil der mennonitischen Geschichte.